Pressemitteilung vom 11. Mai 2016

11. Mai 2016

Kulturpreis für Katharina Thalbach

Der Kulturpreis Deutsche Sprache geht 2016 an Katharina Thalbach, das Internationale Mundartarchiv „Ludwig Soumagne“ und das Projekt „DeutschSommer“ der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt. Die Preisverleihung findet am 8. Oktober 2016 in Kassel statt.

Die Theaterregisseurin und Schauspielerin Katharina Thalbach erhält den mit 30.000 Euro dotierten Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache. „Katharina Thalbach macht durch ihr Wirken auf der Bühne deutlich, dass die Kraft der Sprache Gefühle und Stimmungen erzeugen kann. Ein Beleg für diese Wirkung von Sprache sind auch die zahlreichen und überaus erfolgreichen Hörspiele, in denen sie als Sprecherin die unterschiedlichsten Charaktere darstellt“, begründete der Bamberger Sprachwissenschaftler Helmut Glück die Entscheidung der Jury. Weiterhin sagte er: „Katharina Thalbach ist sich dieser Bedeutung der Sprache auf der Bühne und im Hörspiel sehr bewusst. Ausdruck dieses Bewusstseins sind ihre zahlreichen Interpretationen der klassischen Literatur, aber auch ihr Engagement beim Festspiel der deutschen Sprache“. Dr. Gregor Gysi wird die Laudatio auf Katharina Thalbach halten. Zu den bisherigen Jacob-Grimm-Preisträgern gehören u. a. Udo Lindenberg, Cornelia Funke, Nora Gomringer, Frank Schirrmacher, Günter de Bruyn, Loriot, Ulrich Tukur, Dieter Nuhr und Prinz Asfa-Wossen Asserate.

Den mit 5.000 Euro dotierten Initiativpreis Deutsche Sprache bekommt das Internationale Mundartarchiv „Ludwig Soumagne“ in Dormagen. „Mit dem Preis honorieren wir die Arbeit des Mundartarchivs, Dialekte als festen Bestandteil der lebendigen Alltagssprache zu dokumentieren und zu sammeln. Der Kulturpreis Deutsche Sprache würdigt damit auch die Bedeutung der Dialekte für die deutsche Sprache“, erklärte die Jury. Die Laudatio wird der Würzburger Germanist und Jury-Mitglied Wolf Peter Klein halten. In den vergangenen Jahren erhielten diesen Preis u. a. die Arbeitsstelle für deutschmährische Literatur der Universität Olmütz, die Schriftstellerin Marica Bodrožić, der Philosoph Dieter Schönecker, das medizinische Beratungsprojekt „Was hab’ ich?“, das Fördernetzwerk „Mentor – Die Leselernhelfer“ und die Gesangsgruppe „Wortart Ensemble“.

Der Institutionenpreis Deutsche Sprache geht an das Projekt „DeutschSommer“ der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt. „Das Sprachförderprogramm hat das Ziel, die Sprachkompetenz von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund während der Sommerferien zu verbessern, da der Deutschunterricht in den Schulen oft nicht ausreicht. Die positiven Auswirkungen auf Wortschatz und Grammatik, aber auch auf schulische Leistungen und Selbstbewusstsein sind beeindruckend“, sagte Jury-Sprecher Glück. Die Laudatio übernimmt Prof. Walter Krämer, Vorsitzender des Vereins Deutsche Sprache und Jury-Mitglied. Frühere Träger dieses Teilpreises waren u. a. die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens, der SWR-Sender „DasDing“, das Lektorenprogramm der Robert Bosch Stiftung, die Redaktion der „Sendung mit der Maus“, das Europäische Übersetzerkollegium und das Sprachinstitut des Österreichischen Bundesheeres.

Der dreiteilige Kulturpreis Deutsche Sprache wird seit 2001 von der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden) und vom Verein Deutsche Sprache e. V. (Dortmund) für besondere Verdienste um die deutsche Sprache vergeben.

Die Jury für den Kulturpreis Deutsche Sprache besteht aus Prof. Dr. Helmut Glück (Sprecher, Bamberg), Dr. Holger Klatte (Geschäftsführung, Dortmund), Prof. Dr. Wolf Peter Klein (Würzburg), Prof. Dr. Walter Krämer (Dortmund), Dr. Anke Sauter (Frankfurt), Dipl.-Ing. Eberhard Schöck (Baden-Baden), Prof. Dr. Waltraud Wende (Berlin).

Weitere Informationen unter www.kulturpreis-deutsche-sprache.de

Anschrift: Kulturpreis Deutsche Sprache, Postfach 10 24 11, 44024 Dortmund