03 Aug

Preisträger 2003


Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache:
Prof. Christian Meier

für seinen öffentlichen Einsatz für sprachliche Disziplin und angemessenen Stil. Als Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung hat er den Sammelband „Sprache in Not? Zur Lage des heutigen Deutsch“ angeregt und herausgegeben. Er stellt dort die Frage, ob die große Zahl der Anglizismen im heutigen Deutsch ein Anzeichen dafür sei, dass viele Deutsche dabei seien, „sich aus dem Deutschen davonzumachen“, und vermutet, dass sich „die Anziehungskraft des Englischen, der Rückzug des Deutschen aus ganzen Bereichen und ein […] geringes nationales Selbstbewusstsein zu einem Syndrom zusammenschließen“. Er fragt, ob jede sprachliche Entwicklung als naturwüchsig hinzunehmen sei oder ob man vielleicht doch „den Neuerungen kritisch zu begegnen habe, ob nicht „irgendwo doch auch Barrieren aufgerichtet werden müssten, ob man „hemmungslos alles hinnehmen darf?“ Es könnte nämlich „gute Gründe dafür geben, Wucherungen zu kappen, unsinnigen Neuerungen entgegenzutreten, […] ein gewisses sprachliches Selbstbewusstsein zu entwickeln“. Ganze Wissenschaften hätten sich bereits aus dem Deutschen zurückgezogen, und das könne einer Amputation gleichkommen, „die fraglos das Ganze der Sprache stark berühren würde.“


Initiativpreis Deutsche Sprache:
Projekt DeutschMobil

DeutschMobile sind Kleinbusse, mit denen Sprachlektoren seit 2001 Schule um Schule in Frankreich besuchen, um dort Interesse für die Deutschen und ihre Sprache zu wecken. Das DeutschMobil ist beispielhaft für die Annäherung zweier Länder durch das Lernen der Nachbarsprache. Es fördert das Deutsche als Fremdsprache in Frankreich, aber auch die Stellung des Deutschen in der Europäischen Union. Eingerichtet wurde das DeutschMobil von der Föderation der Deutschlandhäuser in Frankreich (Sitz: Montpellier). Seit 2001 haben die Lektoren mit dem DeutschMobil über 1.000 Schulen besucht. Mehr als 50.000 Jugendliche in Frankreich haben daraufhin an Deutschkursen und anderen Veranstaltungen teilgenommen. Unterstützt wird die Initiative von der Robert-Bosch-Stiftung, die Kleinbusflotte, bestehend aus vier Fahrzeugen, stellt die Daimler Chrysler AG zur Verfügung. 


Institutionenpreis Deutsche Sprache:
Versandhaus Manufactum

für das vorzügliche Deutsch, das das Versandhaus in seinen Katalogen verwendet. Es verwirklicht in seiner Werbung das Firmenmotto auch sprachlich: „Es gibt sie noch, die guten Dinge.“ Das zeigt, dass man Waren, Herstellungsverfahren, Materialien und Verwendungszwecke in gutem Deutsch beschreiben und damit Geschäftserfolge erzielen kann. In den „Hausnachrichten“ des Unternehmens hat sein Geschäftsführer Thomas Hoof immer wieder vorgeführt, dass man kein Marketing-Denglisch braucht, um in Deutschland an einem heiß umkämpften Markt zu bestehen. 


 

Eindrücke: