10 Aug

Preisträger 2011


Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache:
Nora Gomringer

für ihre sprachliche Leistung als Lyrikerin, die einer neuen Form des Dichtens in Deutschland zur Popularität verhalf – der „Slam Poetry“. Die Autoren von Texten dieser Art spielen mit der Sprache, kneten, verdrehen und zwirbeln sie, arbeiten sich an ihr und mit ihr ab. Sie widerlegen das Vorurteil, dass sich die Generation der Zwanzigjährigen für Sprache nicht interessiere, Sprache nur als Werkzeug für die Verständigung im Alltag verstehe. „Poetry Slam“ ist ein Wettbewerb, bei dem Texte vor einem (meist sehr kritischen) Publikum vorgetragen und von ihm bewertet werden. Nicht jeder dieser Texte verdient das Prädikat „Kunst“, aber die meisten von ihnen sind Zeugnisse für eine intensive Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der deutschen Sprache. Nora Gomringer hat diese Art des Dichtens populär gemacht und ihr Seriosität verliehen. Sie bringt durch ihre frischen, verspielten und oft kecken Texte, aber auch durch die mitreißende Art ihrer Darbietung einen neuen Ton in die Lyrik der Gegenwart. Seit 2010 ist sie Direktorin des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia des Freistaats Bayern in Bamberg. Sie ist die erste Vertreterin der Kunstform Lyrik, die den Jacob-Grimm-Preis erhält, und seine mit Abstand jüngste Trägerin. 


Initiativpreis Deutsche Sprache:
Prof. Dr. Dieter Schönecker

für seine Verdienste um die Wissenschaftssprache Deutsch. Professor Schönecker gründete 2006 das Zentrum für Kommentarische Interpretationen zu Kant (ZetKIK). Es widmet sich der Analyse von Themen und Texten der Philosophie Kants. Die Studien des Zentrums werden in deutscher Sprache abgefasst, seine Tagungen und Kurse werden auf Deutsch abgehalten, was in der Forschung über die Klassische Deutsche Philosophie keine Selbstverständlichkeit (mehr) ist. 


Institutionenpreis Deutsche Sprache:
Deutschlandstiftung Integration

für ihre Initiative „Ich spreche Deutsch“. Der Name der Initiative ist ihr Programm: sie möchte bewirken, dass Menschen mit Migrationshintergrund, die dauerhaft in Deutschland leben und arbeiten, die deutsche Sprache beherrschen. Sie möchte sie durch die Förderung ihrer Deutschkenntnisse in unsere Gesellschaft integrieren.   


Eindrücke: