3. Oktober 2026: Annette Humpe erhält Jacob-Grimm-Preis

Annette Humpe ist in Baden-Baden mit dem Jacob-Grimm-Preis 2026 geehrt worden. Sie erhielt die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung vor rund 400 geladenen Gästen für ihre Verdienste um die deutsche Sprache in der Popmusik: „Ich bin schon oft für meine Songs, für meine Musik ausgezeichnet worden, aber dass ich für meine Texte einen Preis erhalte, das macht mich schon auch ein bisschen stolz“, sagte die Popsängerin und Musikproduzentin im Rahmen der Verleihung. Ebenfalls ausgezeichnet wurde Claus Ebeling und der Verein „MundArt in der Kirche“ (Initiativpreis Deutsche Sprache), für das „Erika-Fuchs-Haus – Museum für Comic und Sprachkunst“ nahm Dr. Joanna Straczowski als dessen Leiterin den Institutionenpreis Deutsche Sprache entgegen.

Der Kulturpreis Deutsche Sprache wird alljährlich von der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden) gemeinsam mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (Darmstadt) verliehen und gliedert sich in drei Sparten. Zu den bekannten Preisträgern der vergangenen Jahre gehören u. a. Loriot, Udo Lindenberg und Hape Kerkeling.

Jacob-Grimm-Preis:
Annette Humpe trifft mitten ins Herz

Annette Humpe zeigte sich sichtlich gerührt von der Auszeichnung. „Ich habe oft mit der Sprache gerungen, um etwas so gut wie möglich mit wenigen Worten auf den Punkt zu bringen“, so Humpe. In ihrer Rede erinnerte sie auch an den vor 30 Jahren verstorbenen Musiker Rio Reiser, der sie wie kein anderer künstlerisch inspiriert habe. Mit dem Preisgeld möchte sie die beiden Vereine „Unterschlupf“ und „Sanktionsfrei“ unterstützen, die sich in Berlin sozial engagieren.

In seiner Laudatio blickte Tillmann Prüfer, Ressortleiter bei der Wochenzeitung „Die Zeit“, sehr persönlich auf die Zeit seiner eigenen Jugend zurück, als Musik und Texte von Annette Humpe ihn „mitten ins Herz trafen“. Und er ging der Frage nach, was Humpes Sprache auszeichnet: „Sie waren nicht nur eine der ersten Frauen, die Deutsch zurück in den Pop brachten. Sie haben auch allen anderen gezeigt, wie es geht: kein Wort zu viel, jedes Wort ein Treffer.“ Und das sei ja auch das Geheimnis großer Popsongs: „Sie erzählen uns nicht, was wir fühlen sollen. Sie stellen ein paar Worte in den Raum, und plötzlich finden wir uns selbst darin wieder.“ Ihren Mut, ihre Lieder auf Deutsch zu singen, erklärte er so: „Weil Sie wussten, dass sich vieles auf Deutsch einfach richtiger anhört, genauer, treffender.“

Initiativpreis:
Claus Ebeling und die Bibel als Sprachdokument für fränkische Dialekte

Zuvor erhielt Pfarrer Claus Ebeling und der Verein „MundArt in der Kirche“ den mit 5.000 Euro dotierten Initiativpreis Deutsche Sprache. Auf die Frage, warum man die christliche Botschaft im Dialekt brauche, antwortete Ebeling klar: „Weil Mundart die Sprache des Herzens ist!“ So mancher Gottesdienst finde bei ihm daher im Freien, im Biergarten statt, „weil hier in der Alltagssprache gefeiert und geredet wird“.
Mit dem Projekt der fränkischen Bibel wollte der Verein die biblische Botschaft so weitertragen, dass sie die Menschen berührt. „Dass wir damit in gewisser Weise ein Sprachdokument für die fränkischen Dialekte geschaffen haben, war uns aber durchaus bewusst.“

Diesen Aspekt unterstrich auch Prof. Dr. Andreas Gardt von der Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung und Mitglied der Jury beim Verlesen der Urkunde: „Sie tragen in innovativen Formen dazu bei, den lokal verankerten Variantenreichtum des Deutschen zu wahren, auszubauen und gegenwärtig zu halten.“ In seiner Laudatio betonte er aber auch, wie der Dialekt in den Bibeltexten des Vereins Nähe schaffe, und zitierte Ebeling: „Die Sprache der fränkischen Texte soll sich immer so anhören, als würde man der Nachbarin über den Zaun eine Geschichte erzählen.“

Institutionenpreis:
Erika-Fuchs-Haus im real existierenden Entenhausen

Das Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach an der Saale wurde zu Beginn der Preisverleihung mit dem undotierten Institutionenpreis Deutsche Sprache gewürdigt. In ihrer Dankesrede hob die Leiterin des Museums für Comic und Sprachkunst, Dr. Joanna Straczowski, die enorme Leistung der 2005 verstorbenen Übersetzerin Erika Fuchs hervor, nach der das Museum benannt ist und die viele Jahre in dem Ort gearbeitet hat: „Erika Fuchs hat es geschafft, Comics in Deutschland nicht nur salonfähig zu machen, sondern als Kulturgut zu etablieren.“ Sie lud alle herzlich dazu ein, „sich selbst von unserem real existierenden Entenhausen zu überzeugen und Donald, Daisy, Onkel Dagobert, Daniel Düsentrieb und Co. einen Besuch in Schwarzenbach abzustatten“.

Auch Hendrik Heinze, Mitglied der Jury, zeigte sich in seiner Laudatio beeindruckt vom Werk von Erika Fuchs: „Etwa die ersten tausend Micky-Maus-Hefte hat sie komplett auf Deutsch getextet. Mit immensem Welt- und vor allem Literaturwissen.“ Und das Erika-Fuchs-Haus schaffe es als herausragende Institution, die Rolle der deutschen Sprache in Comics ebenso minutiös wie fantasievoll zu dokumentieren. Und er brachte die Leistung des Ortes, der hinter dem Museums-Projekt steht, auf den Punkt: „Schwarzenbach macht Kinder froh. Und Erwachsene ebenso.“

Hintergrund:
Zum Kulturpreis Deutsche Sprache

Der Kulturpreis Deutsche Sprache wird von der Eberhard-Schöck-Stiftung gemeinsam mit der renommierten Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in drei Sparten verliehen. Ausgezeichnet werden seit 2001 alljährlich Personen, Institutionen und Initiativen, die sich in besonderem Maße um die deutsche Sprache verdient gemacht haben. Der Jacob-Grimm-Preis (Hauptpreis) ging bisher an bekannte Persönlichkeiten wie die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim, Udo Lindenberg, Cornelia Funke, Loriot, Ulrich Tukur oder die Fantastischen Vier.

 

Annette Humpe (Mitte) erhält den mit 30.000 Euro dotierten Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache, überreicht von Laudator Tillmann Prüfer (Ressortleiter bei „Die Zeit“) und Felicitas Schöck, Mitglied der Jury.

 

Claus Ebeling (rechts) und Ulla Mörtel-Then nehmen den Initiativpreis Deutsche Sprache 2026 für den Verein „MundArt in der Kirche“ von Laudator Prof. Dr. Andreas Gardt (Mitglied der Jury) entgegen.

 

Für das „Erika-Fuchs-Haus – Museum für Comic und Sprachkunst“ nimmt dessen Leiterin Dr. Joanna Straczowski den Institutionenpreis Deutsche Sprache 2026 von Laudator Hendrik Heinze (Mitglied der Jury) entgegen.

 

Zur Begrüßung spricht Baden-Badens Oberbürgermeister Thomas Jung über die Bedeutung der Sprache, auch für unsere Demokratie, und dankte der Eberhard-Schöck-Stiftung für ihr großes Engagement.

 

Der Pianist Roman Kühn (ganz rechts) begleitet die Preisverleihung zum Kulturpreis Deutsche Sprache musikalisch.

 

Preisträger und Laudatoren bei der 25. Verleihung des Kulturpreises Deutsche Sprache 2026 im Kurhaus Baden-Baden

Fotos: Michael Frank (Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten)

27. September 2025: Hape Kerkeling erhält Jacob-Grimm-Preis

Baden-Baden –Am Samstag wurde in Baden-Baden zum 24. Mal der Kulturpreis Deutsche Sprache in drei Sparten verliehen: Vor 400 geladenen Gästen erhielt Hape Kerkeling den mit 30.000 Euro dotierten Jacob-Grimm-Preis (Hauptpreis). Weiterhin ausgezeichnet wurden das Projekt „Echt absolut – Literarisches Übersetzen mit Jugendlichen“ (Initiativpreis) sowie das Zentrum für vorsprachliche Entwicklung und Entwicklungsstörungen (ZVES) am Universitätsklinikum Würzburg (Institutionenpreis). Der Kulturpreis Deutsche Sprache wird alljährlich von der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden) gemeinsam mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (Darmstadt) verliehen.

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17. Februar 2022: Kulturpreis Deutsche Sprache kommt nach Baden-Baden

Der Kulturpreis Deutsche Sprache ist die bedeutendste Auszeichnung für sprachliche Verdienste im deutschen Sprachraum. Er wurde im Jahr 2000 vom Ingenieur und Unternehmer Eberhard Schöck ins Leben gerufen. Von 2001 bis 2021 wurde er in der Brüder-Grimm-Stadt Kassel vergeben. Nun kommt er nach Baden-Baden in die Heimat der Eberhard-Schöck-Stiftung.
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