Die Preisträger

2019

Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache: Peter Eisenberg

für wegweisende Forschungen zur deutschen Grammatik.

Initiativpreis Deutsche Sprache: Tonbandgerät

für jungen Indie-Pop mit deutschen Texten – u. a. international unterwegs als Kulturbotschafter im Auftrag des Goethe-Instituts.

Institutionenpreis Deutsche Sprache: „Kaukasische Post“

für die Wiederbelebung und Fortführung der traditionsreichen und einzigen deutschsprachigen Zeitung im Kaukasus.

Eindrücke
Pressemitteilungen
„Die Sexualisierung des grammatischen ‚Geschlechts’ mit männlich und weiblich ist ein begriffshistorischer Unglücksfall.“

Peter Eisenberg, Preisträger 2019

2018

Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache: Die Fantastischen Vier

für Hip-Hop in Deutscher Sprache seit 1989.

Initiativpreis Deutsche Sprache:
Die Kampagne „Sprechen Sie lieber mit Ihrem Kind“ des Netzwerks Frühen Hilfen Frankfurt

für die Sensibilisierung von Eltern für die Bedürfnisse Ihrer Kinder in Zeiten ständigen Smartphonekonsums.

Institutionenpreis Deutsche Sprache: Das Bundessprachenamt

für die vorbildliche Arbeit der Abteilung Sprachausbildung im Bereich Deutsch als Fremdsprache.

Eindrücke
2017

Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache: Norbert Lammert

für die Kunst seiner politischen Rede und für seinen Einsatz für die sprachliche Kultur.

Initiativpreis Deutsche Sprache:
Projekt „Klasse! Wir singen.“ des Vereins Singen e.V.

für den gesamtgesellschaftlichen Ansatz, Familien und Kinder zum gemeinsamen Singen und zur kulturellen Teilhabe zu ermuntern.

Institutionenpreis Deutsche Sprache:
„Sozusagen!“ – Das Sprachmagazin des bayerischen Hörfunks

für die kritische und zugleich behutsame Auseinandersetzung mit aktuellen Sprachmoden.

Eindrücke
2016

Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache: Katharina Thalbach

für ihre besondere Kunst, mit der Kraft des gesprochenen Worts Gefühle und Stimmungen zu erzeugen und für ihr Engagement beim Festspiel der deutschen Sprache.

Initiativpreis Deutsche Sprache:
Internationales Mundartarchiv „Ludwig Soumagne“

für seine Arbeit, Dialekte als festen Bestandteil der lebendigen Alltagssprache zu dokumentieren und zu sammeln.

Institutionenpreis Deutsche Sprache:
„DeutschSommer“ der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt

für sein Sprachförderprogramm mit dem Ziel, die Sprachkompetenz von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund während der Sommerferien zu verbessern, da der Deutschunterricht in den Schulen oft nicht ausreicht.

Eindrücke
2015

Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache: Prinz Asfa-Wossen Asserate

für seinen gehobenen, feinfühligen und zugleich mitreißenden Erzählton, mit dem er die Deutschen, ihre Umgangsformen und ihre Sprache erfasst.

Initiativpreis Deutsche Sprache: Wortart-Ensemble

für ihre Sprachpflege mit besonderer ästhetischer Kraft.

Institutionenpreis Deutsche Sprache:
Sprachinstitut des Österreichischen Bundesheeres

für die vorbildliche Sprachförderung der österreichischen Streitkräfte in einer Zeit der multinationalen Einsätze.

Eindrücke
2014

Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache: Dieter Nuhr

für intelligentes Kabarett. „Seine Stücke sind wortgewandt, die Pointen treffsicher. Aber er achtet nicht nur sorgfältig auf die sprachliche Qualität dessen, was er sagt: er bringt seinem Publikum auch Sprachkritik nahe und regt es an, über die Wirkung von Sprache nachzudenken“, begründete der Bamberger Sprachwissenschaftler Helmut Glück die Entscheidung der Jury. 

Initiativpreis Deutsche Sprache:
MENTOR – Die Leselernhelfer e.V.

für „ehrenamtliches Engagement aus, dessen Ziel es ist, die Lese- und Sprachkompetenz von Heranwachsenden individuell zu fördern und dadurch eine Grundvoraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe zu schaffen“, so Helmut Glück. 

Institutionenpreis Deutsche Sprache:
Lektorenprogramm der Robert-Bosch-Stiftung

für die Vermittlung eines jungen und modernen Bildes unseres Landes und für den Beitrag zur Völkerverständigung. „Wir zeichnen eine Initiative aus, die aus der Zivilgesellschaft kommt und dem gesamten Land dient, denn die Förderung von Deutschkenntnissen und von Wissen über Deutschland in anderen Ländern ist eine Kernaufgabe der deutschen Außenpolitik“, so Helmut Glück, der auch die Laudatio hielt. 

Eindrücke
2013

Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache: Ulrich Tukur

für seine Vielseitigkeit und Begabung, auf der Theaterbühne, in Fernseh- oder Kinoproduktionen, als Musiker und Autor virtuos mit der Sprache umzugehen und mit ihr zu spielen. „Ulrich Tukur ist ein Mann der Sprache. Und genau dafür wird er heute mit dem Jacob-Grimm-Preis ausgezeichnet. Er wird ausgezeichnet für seine Sprache, für die Art und Weise, wie er mit Sprache umgeht, wie er mit Worten und Lauten eine Welt erschafft. Er wird ausgezeichnet für sein Sprachtalent und seine Sprachsensibilität, er wird ausgezeichnet als einer, der in faszinierender Art und Weise mit den Möglichkeiten von Sprache und Sprachgebrauch spielt.“ (Jurymitglied Wara Wende in ihrer Laudatio) 

Institutionenpreis Deutsche Sprache:
Europäisches Übersetzer-Kollegium Nordrhein-Westfalen in Straelen

für seinen erheblichen Beitrag  zur heutigen Qualität literarischer und wissenschaftlicher Übersetzungen. 

Der Initiativpreis Deutsche Sprache wurde im Jahr 2013 nicht vergeben.

Eindrücke
2012

Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache: Peter Härtling (1933 – 2017)

für sein Lebenswerk. Er „gehört zu den vielfältigsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart. Er hat sich als Journalist, Kritiker und Verleger, aber besonders als Lyriker und Autor für Kinder und Erwachsene verdient gemacht. In Härtlings Romanen und Erzählungen wird deutsche Geschichte fassbar. Seine Gedichte sind von großer Sprachkraft und seine Kinderbücher haben ganzen Generationen von Jugendlichen die Welt der Literatur eröffnet. Härtlings Werk zeigt, mit welcher Hingabe man sich der Sprache und Literatur widmen und sie zum Lebensinhalt machen kann“. (Jurysprecher Helmut Glück) 

Initiativpreis Deutsche Sprache:
Das medizinische Beratungsprojekt „Was hab‘ ich?“

für das Engagement, medizinische Befunde in eine für ratlose Patienten leicht verständliche Sprache zu übersetzen. Unter www.washabich.de ist ein Netzwerk von mittlerweile mehr als 600 Medizinstudierenden zusammengeschlossen, die ehrenamtlich ärztliche Diagnosen und Befunde allgemeinverständlich erklären. 

Institutionenpreis Deutsche Sprache:
Die Redaktion der „Sendung mit der Maus“

dafür, dass sie Vorgänge und Sachverhalte anschaulich und klar erklärt. Ihre Sprache ist zum Markenzeichen für Sachbeschreibungen geworden. 

Eindrücke
„Das Wispern von Liebesschwüren weht aus abertausenden von Schriften, original und übersetzt und im Deutschen klingt ich liebe dich genauso schön (bedrohlich) wie in jeder anderen Sprache.“

Nora Gomringer, Preisträger 2011

aus „Wie klingt Deutsch?“ in „Hundert – Jubiläumsmagazin der Deutschen Nationalbibliothek“, Heft 2/2012, Frankfurt a.M.

2011

Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache: Nora Gomringer

für ihre sprachliche Leistung als Lyrikerin, die einer neuen Form des Dichtens in Deutschland zur Popularität verhalf – der „Slam Poetry“. Die Autoren von Texten dieser Art spielen mit der Sprache, kneten, verdrehen und zwirbeln sie, arbeiten sich an ihr und mit ihr ab. Sie widerlegen das Vorurteil, dass sich die Generation der Zwanzigjährigen für Sprache nicht interessiere, Sprache nur als Werkzeug für die Verständigung im Alltag verstehe. „Poetry Slam“ ist ein Wettbewerb, bei dem Texte vor einem (meist sehr kritischen) Publikum vorgetragen und von ihm bewertet werden. Nicht jeder dieser Texte verdient das Prädikat „Kunst“, aber die meisten von ihnen sind Zeugnisse für eine intensive Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der deutschen Sprache. Nora Gomringer hat diese Art des Dichtens populär gemacht und ihr Seriosität verliehen. Sie bringt durch ihre frischen, verspielten und oft kecken Texte, aber auch durch die mitreißende Art ihrer Darbietung einen neuen Ton in die Lyrik der Gegenwart. Seit 2010 ist sie Direktorin des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia des Freistaats Bayern in Bamberg. Sie ist die erste Vertreterin der Kunstform Lyrik, die den Jacob-Grimm-Preis erhält, und seine mit Abstand jüngste Trägerin. 

Initiativpreis Deutsche Sprache: Prof. Dr. Dieter Schönecker

für seine Verdienste um die Wissenschaftssprache Deutsch. Professor Schönecker gründete 2006 das Zentrum für Kommentarische Interpretationen zu Kant (ZetKIK). Es widmet sich der Analyse von Themen und Texten der Philosophie Kants. Die Studien des Zentrums werden in deutscher Sprache abgefasst, seine Tagungen und Kurse werden auf Deutsch abgehalten, was in der Forschung über die Klassische Deutsche Philosophie keine Selbstverständlichkeit (mehr) ist. 

Institutionenpreis Deutsche Sprache: Deutschlandstiftung Integration

für ihre Initiative „Ich spreche Deutsch“. Der Name der Initiative ist ihr Programm: sie möchte bewirken, dass Menschen mit Migrationshintergrund, die dauerhaft in Deutschland leben und arbeiten, die deutsche Sprache beherrschen. Sie möchte sie durch die Förderung ihrer Deutschkenntnisse in unsere Gesellschaft integrieren.   

Eindrücke
2010

Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache: Udo Lindenberg

für die Texte, die er singt und teilweise selbst geschrieben hat. Einige dieser Texte sind moderne Balladen, andere sind kleine Dramen, wieder andere Liebesgeschichten, glückliche und tragische. Und auch gesungene Nonsens-Lyrik gehört zu Lindenbergs Repertoire. Die Stoffe seiner Lieder spiegeln mitunter sehr kritisch die Probleme der Gesellschaft wider. Es geht um atomare Bedrohung, Faschismus, Friedenssehnsucht oder ganz existenziell um Respekt im Umgang miteinander. Lindenbergs Texte haben Politik gemacht, etwa „Mädchen aus Ost-Berlin“, „Sonderzug nach Pankow“ oder „Bananenrepublik“; manche entwickelten sich zu Ohrwürmern, so „Andrea Doria“, „Rudi Ratlos“ oder „Cello“. Udo L. hat gezeigt, dass anspruchsvolle, schöne Rock-Texte in deutscher Sprache möglich sind und außerordentlich erfolgreich sein können. Die von ihm gegründete Udo-Lindenberg-Stiftung fördert Nachwuchskünstler, um „neue Wege gegen das Mitmarschieren in der Masse zu suchen, provokant zu schreiben und sich nicht anzupassen an den Superstar-Schrott.“ 

Initiativpreis Deutsche Sprache:
Arbeitsstelle für deutschmährische Literatur der Palcký-Universität Olmütz, Tschechische Republik

für Dokumentation und Pflege des deutschsprachigen literarischen Erbes Mährens. In der kommunistischen Zeit war dieses Erbe verleugnet worden. Mit Hilfe umfassender Quellensammlungen macht die Arbeitsstelle in Olmütz der breiten Öffentlichkeit literarische Werke von Autoren wie Robert Musil, Max Zweig oder Ernst Sommer zugänglich. 

Institutionenpreis Deutsche Sprache:
Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Sie ist die einzige Fakultät, die am Studienabschluss ‚Diplom’ festhält und den bewährten Titel ‚Diplomkaufmann’ verleiht. Sie wird weiterhin dafür ausgezeichnet, dass man in Greifswald die Wirtschaftswissenschaften bis heute in deutscher Sprache studieren kann. Die Jury möchte mit dieser Entscheidung andere Fakultäten dazu ermutigen, sich für die Wiedereinführung bewährter Studiengänge und anerkannter Titel (wie Diplomingenieur, Diplomgermanist, Diplommathematiker usw.) einzusetzen.  

Eindrücke
2009

Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache: Cornelia Funke

für ihren schöpferischen und phantasievollen Umgang mit der deutschen Sprache und für ihre Fähigkeit, ihren Leserinnen und Lesern diesen Sinn für sprachliche Schönheit mitzuteilen. Sie ist eine Geschichtenerzählerin, der es nicht nur auf eine spannungsreiche Handlung, sondern auch auf die sprachliche Form ankommt – hier steht sie in einer Tradition, die sie mit den Brüdern Grimm verbindet.  

Initiativpreis Deutsche Sprache:
Mensch zuerst e.V. Kassel

für den Einsatz für „leichte Sprache“ in der Öffentlichkeit. Mensch zuerst e.V. möchte Menschen mit Lernschwierigkeiten die Teilhabe am öffentlichen Leben erleichtern und verhindern, dass sie aus sprachlichen Gründen sozial ausgegrenzt werden. Die Jury erblickt darin einen substantiellen Beitrag zur Förderung der deutschen Sprache, nämlich im Hinblick auf ihre Verständlichkeit.

Institutionenpreis Deutsche Sprache:
Deutschsprachige Gemeinschaft Belgien

Die deutschsprachige Bevölkerung im Osten Belgiens genießt seit einem Vierteljahrhundert sprachlich-kulturelle und zunehmend auch regionale Autonomie. Das Deutsche wird als Amts-, Schul- und Gerichtssprache verwendet. Dazu haben Parlament und Regierung der DG wesentlich beigetragen. Sie werden dafür ausgezeichnet, dass das Deutsche „im Alltag von Wirtschaft, Politik oder Verwaltung“ verwendet werden kann. 

Eindrücke
2008

Initiativpreis Deutsche Sprache: Marica Bodrožić

für ihre schriftstellerischen Leistungen, namentlich aber für ihre sensiblen und berührenden Reflexionen über die reichen Ausdrucksmöglichkeiten, die ihr die deutsche Sprache, ihre zweite Sprache, bietet. Die Schriftstellerin und Übersetzerin, die in Dalmatien und Hessen zweisprachig aufgewachsen ist, lebt in Berlin. Marica Bodrožić hat das Deutsche „adoptiert“ als Sprache ihres poetischen Schaffens – in ihrer Prosa und in ihren Versen. 

Institutionenpreis Deutsche Sprache: Die Schweizer Post

Sie wird dafür ausgezeichnet, dass sie die Terminologie des Postwesens nicht bedenkenlos immer mehr verenglischt, sondern versucht, notwendige Fachausdrücke wieder aus den drei Amtssprachen der Schweiz zu gewinnen. Sie trägt damit zur Erhaltung und zur Weiterentwicklung eines Fachwortschatzes des Deutschen (und des Französischen und Italienischen) bei, der im Alltag eine große Rolle spielt. 

Der Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache wurde im Jahr 2008 nicht vergeben.

Eindrücke
2007

Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache: Dr. Frank Schirrmacher (1959 – 2014)

für seine sprachlichen Leistungen als Zeitungsjournalist und Buchautor und in Würdigung der sprachlichen Kultur des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, das immer wieder Maßstäbe setzt. Die Beiträge von Frank Schirrmacher zeichnen sich aus durch Stilsicherheit, Eleganz und beispielhafte journalistische Qualität. Der Kulturpreis Deutsche Sprache 2007 solle ein Zeichen dafür setzen, dass die Sprache des Journalismus eine Vorbildfunktion erfülle. Es müsse maßgebliche Zeitungen geben, die unabhängig sind von sprachlichen Moden. Die Redaktionen dieser Medien trügen deshalb eine große Verantwortung. Dieser Verantwortung wird Schirrmacher in vorbildlicher Weise gerecht. Schirrmacher leitet seit 1993 das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, deren Mitherausgeber er 1994 wurde. Seine Leitartikel und Diskussionsanstöße zu kulturellen und politischen Themen werden bundesweit beachtet. Als Buchautor hat Schirrmacher mit „Das Methusalem-Komplott“ (2004) und „Minimum“ (2006) große Erfolge gefeiert. 

Initiativpreis Deutsche Sprache: Deutsche Bibliothek Helsinki

Die 1877 gegründete Bibliothek umfasst über 40.000 deutschsprachige Titel vor allem zur Sprach- und Literaturwissenschaft. Sie ist ein „Leuchtturm“ der deutschsprachigen Kultur in Nordeuropa, auch wegen ihres reichen Angebots an Veranstaltungen mit Deutschlandbezug.  

Institutionenpreis Deutsche Sprache: Angewandte Chemie

Die Zeitschrift „Angewandte Chemie“ ist die bedeutendste Fachzeitschrift auf dem Gebiet der Chemie weltweit. Weil sie auf Englisch und auf Deutsch erscheint, trägt sie zur Weiterentwicklung der deutschen Sprache bei. Der Bedeutung des Deutschen als Fachsprache in den Naturwissenschaften wird hier in besonderem Maße Rechnung getragen. 

Eindrücke
„Die Liebe des Nachbarn zu seiner Sprache kann nur begreifen, wer auch seine eigene liebt.“

Günter de Bruyn, Preisträger 2006

2006

Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache: Günter de Bruyn

für seine Verdienste als Schriftsteller, Bibliothekar und als Herausgeber. Er gehörte zu den maßgeblichen Autoren der DDR und hat sich in seinem Werk nicht selten kritisch oder ironisch mit dem Leben der Intelligenz in der DDR auseinandergesetzt. Als er 1989 mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet werden sollte, lehnte er diesen ab. De Bruyn hat nach der Wende in seinen Essays und Erzählungen die geistige und sprachliche Einheit des Landes befördert. Er handhabt die deutsche Sprache virtuos, und vielfach ist sie ihm nicht nur das Mittel des Ausdrucks, sondern auch der Gegenstand der Reflexion. Verdient gemacht hat sich de Bruyn auch als Herausgeber zahlreicher Autoren des 18. und des 19. Jahrhunderts.  

Institutionenpreis Deutsche Sprache: Weleda AG

für eine klare und verständliche Verwendung der deutschen Sprache bei der Verbraucherinformation. Die Weleda AG vermittelt in ihrem Auftreten nach außen den Eindruck, dass die Beschreibung ihrer Produkte nichts verschleiern soll, sondern den Käufer zur Bildung eines eigenen Urteils anregen will, begründete die Jury ihre Entscheidung. Das 1921 gegründete Unternehmen ist heute weltweit führender Hersteller von ganzheitlicher Körperpflege- und Arzneimitteln für die anthroposophische Therapierichtung. 

Der Initiativpreis Deutsche Sprache wurde im Jahr 2006 nicht vergeben.

Eindrücke
2005

Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache: Prof. Dr. Paul Kirchhof

für seine Verdienste um die Sprache des Rechts und das deutsche Sprachenrecht. Er hat die verfassungsrechtliche Bedeutung der deutschen Sprache als Grundlage des demokratischen Rechtsstaates klar herausgearbeitet. Immer wieder hat Kirchhof das Verfassungsgebot der Verständlichkeit, Klarheit und Nachvollziehbarkeit  von Rechtstexten für alle Bürger betont. „Die Sprache ist Form und Zeichen für Recht, sie ist seine Grundlage und sein Werkzeug zugleich“, schrieb Kirchhof. 

Initiativpreis Deutsche Sprache: Axel Gedaschko
(ehemaliger Landrat des Landkreises Harburg)

für seine Bemühungen um eine bürgernahe Verwaltungssprache. Der Landkreis Harburg hat eine Schreibwerkstatt eingerichtet, die amtliche Bescheide und Verwaltungstexte klarer und verständlicher formuliert. 

Institutionenpreis Deutsche Sprache: SWR-Sender DasDing

für die Sendung „Heimatmelodie“. DasDing macht vor, dass es auch ohne gesetzliche Quotenregelung möglich ist, mit deutschsprachiger Musik ein Radioprogramm für junge Leute zu machen. 

Eindrücke
2004

Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache:
Dr. Vicco von Bülow, alias Loriot (1923 – 2011)

Loriot hat als Satiriker und Humorist in fast allen Genres der populären Kulturszene Akzente gesetzt – als Schauspieler, Zeichner und Schriftsteller. Er hat eine Art von Humor entwickelt, der nicht zuletzt durch seine Sprache in Deutschland prägend geworden ist. Mit seinen Parodien auf das Alltägliche habe Loriot erheblich auf die sprachliche und kulturelle Selbsteinschätzung der Deutschen eingewirkt. Er reiht sich damit in eine Tradition ein, die über Karl Valentin und Kurt Tucholsky bis zu Wilhelm Busch reiche.

Initiativpreis Deutsche Sprache:
Peter Schlenter und Deville Schober, Gründer des Netzwerks für deutschsprachige Musik, Literatur und deutschen Film Irgendwo in Deutschland

Szenekenner Schober und Schlenter haben mit ihrer Netzseite irgendwo-in.de, der Herausgabe der gleichnamigen Zeitschrift und der Förderung von jungen Künstlern maßgebliche Impulse in der deutschsprachigen Kulturszene gegeben. Deutsche Liedtexte gelten nicht mehr als verstaubt und altmodisch. Im Gegenteil: sie haben den Status eines Markenartikels für eine eigene Richtung in der Musikszene. Irgendwo in Deutschland wurde stellvertretend für viele Initiativen auf diesem Gebiet ausgezeichnet. 

Institutionenpreis Deutsche Sprache:
Redaktion der Stuttgarter Zeitung

Sie hat es mit publizistischen Mitteln erreicht, in ihrer Leserschaft eine weitreichende Diskussion über den Gebrauch von Anglizismen im Deutschen anzuregen, und sie ist in mehreren Tagesausgaben ganz ohne Anglizismen ausgekommen.  

Eindrücke
2003

Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache: Prof. Christian Meier

für seinen öffentlichen Einsatz für sprachliche Disziplin und angemessenen Stil. Als Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung hat er den Sammelband „Sprache in Not? Zur Lage des heutigen Deutsch“ angeregt und herausgegeben. Er stellt dort die Frage, ob die große Zahl der Anglizismen im heutigen Deutsch ein Anzeichen dafür sei, dass viele Deutsche dabei seien, „sich aus dem Deutschen davonzumachen“, und vermutet, dass sich „die Anziehungskraft des Englischen, der Rückzug des Deutschen aus ganzen Bereichen und ein […] geringes nationales Selbstbewusstsein zu einem Syndrom zusammenschließen“. Er fragt, ob jede sprachliche Entwicklung als naturwüchsig hinzunehmen sei oder ob man vielleicht doch „den Neuerungen kritisch zu begegnen habe, ob nicht „irgendwo doch auch Barrieren aufgerichtet werden müssten, ob man „hemmungslos alles hinnehmen darf?“ Es könnte nämlich „gute Gründe dafür geben, Wucherungen zu kappen, unsinnigen Neuerungen entgegenzutreten, […] ein gewisses sprachliches Selbstbewusstsein zu entwickeln“. Ganze Wissenschaften hätten sich bereits aus dem Deutschen zurückgezogen, und das könne einer Amputation gleichkommen, „die fraglos das Ganze der Sprache stark berühren würde.“

Initiativpreis Deutsche Sprache: Projekt DeutschMobil

DeutschMobile sind Kleinbusse, mit denen Sprachlektoren seit 2001 Schule um Schule in Frankreich besuchen, um dort Interesse für die Deutschen und ihre Sprache zu wecken. Das DeutschMobil ist beispielhaft für die Annäherung zweier Länder durch das Lernen der Nachbarsprache. Es fördert das Deutsche als Fremdsprache in Frankreich, aber auch die Stellung des Deutschen in der Europäischen Union. Eingerichtet wurde das DeutschMobil von der Föderation der Deutschlandhäuser in Frankreich (Sitz: Montpellier). Seit 2001 haben die Lektoren mit dem DeutschMobil über 1.000 Schulen besucht. Mehr als 50.000 Jugendliche in Frankreich haben daraufhin an Deutschkursen und anderen Veranstaltungen teilgenommen. Unterstützt wird die Initiative von der Robert-Bosch-Stiftung, die Kleinbusflotte, bestehend aus vier Fahrzeugen, stellt die Daimler Chrysler AG zur Verfügung. 

Institutionenpreis Deutsche Sprache: Versandhaus Manufactum

für das vorzügliche Deutsch, das das Versandhaus in seinen Katalogen verwendet. Es verwirklicht in seiner Werbung das Firmenmotto auch sprachlich: „Es gibt sie noch, die guten Dinge.“ Das zeigt, dass man Waren, Herstellungsverfahren, Materialien und Verwendungszwecke in gutem Deutsch beschreiben und damit Geschäftserfolge erzielen kann. In den „Hausnachrichten“ des Unternehmens hat sein Geschäftsführer Thomas Hoof immer wieder vorgeführt, dass man kein Marketing-Denglisch braucht, um in Deutschland an einem heiß umkämpften Markt zu bestehen. 

Eindrücke
2002

Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache: Ludmila Putina

für die Pflege des Deutschen als Fremdsprache in Russland. Sie hat in den Jahren 2001 und 2002 – zusammen mit Doris Schröder-Köpf – maßgeblich die Wettbewerbe „Gemeinsam ins 21. Jahrhundert“ inspiriert und gefördert, durch die Kenntnisse des jeweils anderen Landes und seiner Sprache vertieft und ausgedehnt werden sollen. Frau Putina hat durch dieses Projekt neues Interesse an der deutschen Sprache in Russland geweckt und demonstriert, dass das Deutsche als Fremdsprache in Russland attraktiv geblieben ist. Ihren Einsatz für die Pflege der russischen Sprache und die russischen Sprachminderheiten außerhalb der Russischen Föderation erkannte die Jury ausdrücklich als einen Beitrag zu einer vielsprachigen Welt an.

Initiativpreis Deutsche Sprache:
Verein für die pädagogische Arbeit mit Zuwandererkindern e.V.

für die Sprachförderung von Tausenden von Kindern und Jugendlichen, deren  Lebenschancen dadurch verbessert werden, womit ein bedeutender Beitrag zur Demokratie, zum sozialen Frieden und zur Pflege unserer Landessprache geleistet wird. Der Verein setzt sich seit 25 Jahren aktiv für die sprachlich-kulturelle und die soziale Integration von Kindern aus Einwandererfamilien ein. Er hat in diesem Zeitraum vorbildliche Arbeit geleistet und viele Schul- und Berufskarrieren möglich gemacht, die ohne seine Arbeit an der Sprachbarriere gescheitert wären. 

Institutionenpreis Deutsche Sprache:
Wettbewerb „Jugend debattiert“ der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung

für ihre Bemühungen, die Kunst des Debattierens unter Jugendlichen zu fördern. Der Wettbewerb stößt landesweit auf große Resonanz. Die Fähigkeit, sich über strittige Fragen argumentativ auseinanderzusetzen, ist in einem demokratischen Land wesentlicher Bestandteil der politischen Kultur. Die Förderung dieser Fähigkeit ist ihrerseits ein wesentlicher Beitrag zur Sprachkultur und zur Stärkung der Kultursprache Deutsch.  

Eindrücke
2001

Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache: Rolf Hochhuth (1931 – 2020)

für seine Verdienste um die deutsche Sprache als Schriftsteller und sein beherztes öffentliches Eintreten für ihre Pflege, ihre kreative Weiterentwicklung und die Sicherung ihrer Position als Fremdsprache in anderen Ländern.

Institutionenpreis Deutsche Sprache:
Redaktion der Zeitschrift „Computer-Bild“ (Hamburg)

für ihre beharrliche Mühe, das Deutsche in der Terminologie der Computertechnik und des Internets präsent zu halten.

Der Initiativpreis Deutsche Sprache wurde im Jahr 2001 nicht vergeben.