Der Preis

Im Jahr 2000 wurde auf Initiative der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden) und des Vereins Deutsche Sprache (Dortmund) der Kulturpreis Deutsche Sprache ins Leben gerufen. Er soll dem Erhalt und der kreativen Entwicklung der deutschen Sprache dienen. Der Kulturpreis stellt sich in die Tradition der deutschen Aufklärung und der Brüder Grimm, deren Sprachkritik und Sprachforschung das Deutsche allen Bevölkerungsschichten zugänglich machen wollte. Er besteht aus drei unterschiedlichen Auszeichnungen:

Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache

Initiativpreis Deutsche Sprache

Institutionenpreis Deutsche Sprache

Der Kulturpreis Deutsche Sprache wird jährlich vergeben. Die erstmalige Verleihung erfolgte im November 2001 in Kassel, der Stadt, in der die Brüder Grimm ihre Arbeiten zur Deutschen Grammatik und zum Deutschen Wörterbuch begannen. Über die Vergabe des Preises entscheidet eine unabhängige Jury.

Die einzelnen Auszeichnungen

Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache

Der Preis ist mit 30.000 € dotiert. Er zeichnet beispielhafte Verdienste bei der kreativen Weiterentwicklung unserer Sprache und phantasievolle Beiträge zur Erweiterung ihres Funktionsspektrums aus. Er wird Persönlichkeiten verliehen, die sich besondere Verdienste um Anerkennung, Weiterentwicklung, Erhalt und Pflege der deutschen Sprache als Kultursprache erworben haben und die – sei es in literarischen Werken, sei es in wissenschaftlichen Essays oder Abhandlungen, sei es in der politischen Rede oder Publizistik – das Ansehen der deutschen Sprache als Kultursprache vermehrt haben.

Initiativpreis Deutsche Sprache

Der Preis ist mit 5.000 € dotiert. Er wird Personen, Gruppen und Einrichtungen verliehen, die Ideen für die Förderung und Weiterentwicklung der deutschen Sprache umgesetzt oder Vorbilder für gutes und klares Deutsch in literarischen Texten, in wissenschaftlichen Abhandlungen, in der politischen Rede, in Liedtexten oder in der Publizistik gegeben haben. Er soll besonders junge Menschen anregen, ein zeitgemäßes und kreatives Deutsch zu sprechen und zu schreiben.

Institutionenpreis Deutsche Sprache

Der Preis ist undotiert. Er wird Einrichtungen oder Firmen verliehen, die sich im Alltag von Wirtschaft, Politik oder Verwaltung um ein klares und verständliches Deutsch bemüht haben und die gezeigt haben, dass man die deutsche Sprache auch dort flexibel, klar und ohne Verrenkungen verwenden kann. Ausgezeichnet werden auch Institutionen, die die Bedeutung und Verbreitung des Deutschen als Fremdsprache gefördert haben.

Die Stifter

Die Eberhard-Schöck-Stiftung

Ende 1992 gründet Eberhard Schöck eine private Stiftung bürgerlichen Rechts, die ausschließlich gemeinnützige Zwecke verfolgt und weit überwiegend operativ tätig ist. Sie fördert die Völkerverständigung mit Osteuropa und die Ausbildung junger Menschen im Handwerk. Modellhaft wird die Ausbildung nach westlichem Vorbild modernisiert. Es werden der Berufsschüleraustausch gefördert sowie Auszeichnungen vergeben. Im Jahr 2000 kam durch eine Zustiftung Eberhard Schöcks als zweiter Schwerpunkt die Förderung der deutschen Sprache hinzu. Das war auch das Geburtsjahr des Kulturpreises Deutsche Sprache.

Mehr über die Eberhard-Schöck-Stiftung

Die Stiftung ist derzeit in der Ukraine, in Russland, in der Republik Moldau und in Georgien tätig. Internationale Verständigung und Versöhnung mit den Ländern Osteuropas sind die übergeordneten Ziele, die aus der Anerkennung und Annahme unserer historischen Verantwortung erwachsen. An den Projekten der Stiftung haben seit Gründung mehrere Tausend vorwiegend junge Menschen teilgenommen. Die Verbesserung der Ausbildungsqualität im Bauhandwerk gemeinsam mit unsern Partnern schafft neue Perspektiven für die junge Generation. Mit den Austauschprojekten werden der Erfahrungshorizont erweitert und Toleranz gefördert.

Für die Umsetzung ihrer Maßnahmen und Projekte steht der Stiftung ein Expertenpool mit Kompetenzen in allen Aspekten des Bauhandwerks und des Bauwesens zur Verfügung.

Mit verschiedenen Preisen und Auszeichnungen fördert die Stiftung ingenieurwissenschaftlichen und bauhandwerklichen Nachwuchs auch in Deutschland.

Eberhard Schöck

Eberhard Schöck wurde am 26. April 1935 in Nürtingen geboren. Er studierte in Stuttgart und Hamburg Bauingenieurwesen. 1962 gründete er ein Bauunternehmen, zu dem bald eine Firma für innovative Bauteile hinzukam. Seit der zweiten Hälfte der neunziger Jahre konzentriert sich die daraus hervorgegangene Unternehmensgruppe auf die Produktion von Bauteilen für den Hoch- und Tiefbau. Eberhard Schöck und seine Frau Sabine haben vier Kinder.

Ende 1992 gründete er die Eberhard-Schöck-Stiftung, um in den damaligen Transformationsstaaten Mittel- und Osteuropas die Handwerkerausbildung und den Mittelstand zu fördern. Besonders am Herzen liegt ihm die Völkerverständigung. Eberhard Schöck möchte damit einen Beitrag leisten zu Versöhnung und Frieden, nachdem ihm bei seiner intensiven Beschäftigung mit der deutschen Geschichte bewusst geworden war, welch unermessliches Leid Deutschland im zweiten Weltkrieg über die Menschen in Osteuropa gebracht hat. Als Bauingenieur und dem Handwerk zugetan sah er seine Möglichkeiten besonders in diesem Bereich.

Im Jahr 2000 wurden in der Stiftung durch Zustiftungen von Eberhard Schöck zwei Preise eingerichtet, der Schöck Bau-Innvoationspreis und der Kulturpreis Deutsche Sprache. Denn Eberhard Schöck wird auch noch von anderem bewegt. Vielleicht erst auf den zweiten Blick hängen sein Einsatz in Osteuropa und sein Engagement für die deutsche Sprache zusammen.

Verantwortung für die Muttersprache –
der Verein Deutsche Sprache e.V.

Der Verein Deutsche Sprache e.V. wurde 1997 in Dortmund gegründet. Seine über 36.000 Mitglieder eint das Ziel, die deutsche Sprache zu fördern und zu pflegen. Der gemeinnützige VDS ist überparteilich und arbeitet mit anderen Organisationen – auch außerhalb des deutschen Sprachraums – zusammen.

Mehr über den Verein Deutsche Sprache

Der Verein Deutsche Sprache e. V. versteht sich als Interessenvertretung für die Belange der Sprachgemeinschaft. Mit zahlreichen Projekten stellt der VDS die Bedeutung der Muttersprache in der Gesellschaft heraus: in der Schule, in der Ausbildung, in den Medien und in der Wissenschaft. Der VDS kritisiert zudem sprachliche Fehlleistungen von Unternehmen, Politikern oder in der Werbung, insbesondere, wenn diese dem Englischen in ihrer öffentlichen Sprache Vorrang vor dem Deutschen geben. Auf der anderen Seite zeichnet der VDS sprachliche Leistungen aus und vergibt Stipendien.

Ein Arbeitsschwerpunkt des Vereins ist der Einsatz gegen die Anglisierung bzw. Anglo-Amerikanisierung der deutschen Sprache. Damit soll ein Beitrag dazu geleistet werden, den Wert der Muttersprache – nicht nur der deutschen – und die sprachliche und kulturelle Vielfalt Europas zu erhalten. Um ein stärkeres Bewusstsein im Umgang mit der Muttersprache zu schaffen, wendet sich der VDS mit Aktionen und sprachpolitischen Maßnahmen an die Öffentlichkeit.

Die Jury

Begründete Vorschläge für die einzelnen Abteilungen des Kulturpreises Deutsche Sprache nimmt die Jury entgegen. Vorschläge sind jederzeit erwünscht.

Der Jury gehören an:

Prof. Dr. Helmut Glück (Bamberg) als Sprecher
Dr. Holger Klatte (Dortmund) als Geschäftsführer
Prof. Dr. Wolf Peter Klein (Würzburg)
Prof. Dr. Walter Krämer (Dortmund)
Dr. Anke Sauter (Frankfurt am Main)
Felicitas Schöck (Baden-Baden)

Die Entscheidungen der Jury sind nicht anfechtbar.

Vorschläge bitte einreichen an:

Kulturpreis Deutsche Sprache
Die Jury
Postfach 102411
44024 Dortmund

Der Kulturpreis Deutsche Sprache wird gemeinsam vergeben von:

Eberhard-Schöck-Stiftung
Vimbucher Straße 2, 76534 Baden-Baden
Telefon 07223 967-371
www.eberhard-schoeck-stiftung.de 

Verein Deutsche Sprache e.V.
Postfach 104128, 44041 Dortmund
Telefon 0231 7948520
www.vds-ev.de 

Grundlagenpapier der Jury:

Der Kulturpreis Deutsche Sprache wird von der Eberhard-Schöck-Stiftung und dem Verein Deutsche Sprache e.V. gemeinsam verliehen. Er besteht aus dem Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache, dem Initiativpreis Deutsche Sprache und dem Institutionenpreis Deutsche Sprache. Die Preise werden seit Herbst 2001 in Kassel vergeben. Die Stadt Kassel unterstützt die jährliche Preisverleihung. Über die Preisträger entscheidet eine unabhängige Jury.

Die deutsche Sprache hat sich über 1200 Jahre hin zu ihrem heutigen Stand entwickelt. Sie hat im Verlauf dieses Zeitraumes Höhen und Tiefen erlebt, sie hat substantielle Anleihen bei anderen Sprachen gemacht und daraus großen Gewinn gezogen. Sie war ihrerseits Vorbild für andere Sprachen, die dem Deutschen in ihrer Entwicklung vieles verdanken. Die deutsche Sprache war und ist der Stoff, aus dem einzigartige poetische Kunstwerke geformt wurden. Sie diente den deutschsprachigen Völkern in allen Abschnitten ihrer Geschichte als differenziertes und flexibles Verständigungsmittel und seit wenigstens 300 Jahren auch als Sprache von Bildung, Wissenschaft und Literatur. Sie wurde geliebt, gepflegt und geachtet, aber auch durch Gleichgültigkeit, Überheblichkeit und Dummheit entwürdigt. Immer wieder wurde deshalb aufgerufen zu ihrem Schutz vor Verwahrlosung und ihrer Verteidigung gegen Geringschätzung:

Martin Luther, Gotthold Ephraim Lessing, Johann Wolfgang von Goethe, Jacob Grimm, Annette von Droste-Hülshoff, Arthur Schopenhauer, Ricarda Huch und Karl Kraus gehören zu den Vorkämpfern für ein klares und schönes Deutsch.

Der Kulturpreis Deutsche Sprache stellt sich in diese Tradition, namentlich in die Tradition der Aufklärung. Die Sprachkritik der Aufklärung zielte darauf ab, das Deutsche allen Bevölkerungsschichten als Verständigungsmittel verfügbar zu machen und niemanden aufgrund mangelnden sprachlichen Verständnisses von den öffentlichen Angelegenheiten auszuschließen. Sie kämpfte für ein klares, verständliches und prägnantes Deutsch. Dazu gehörte die kritische Auseinandersetzung mit dem Alamode-Deutsch des 18. Jahrhunderts. Ein hoher Anteil an französischen Elementen bewirkte damals für große Bevölkerungsgruppen Verständnisprobleme. In der Gegenwart verursacht ein Übermaß an Anglizismen in vielen Bereichen vergleichbare Probleme. Manche Gruppen der Bevölkerung sind von der Kommunikation in einigen wichtigen Bereichen ausgeschlossen, ganze Handlungszusammenhänge gehen der deutschen Sprache verloren.

Der Kulturpreis Deutsche Sprache dient der Erhaltung und der kreativen Entwicklung der deutschen Sprache. Er möchte kulturelle und sprachliche Selbstachtung und entsprechendes Selbstbewusstsein in einer demokratischen, offenen und europäisch orientierten Gesellschaft fördern. Das ist eine Voraussetzung für einen verantwortlichen und bewussten Umgang mit unserer Sprache: Wer kein positives Verhältnis zu den Ländern des deutschen Sprachraums und ihrer Kultur hat, wird auch kein positives Verhältnis zur deutschen Sprache finden können. Dazu möchte der Kulturpreis Deutsche Sprache beitragen. Er dient aber auch der Völkerverständigung und der europäischen Integration, denn die deutsche Sprache ist ein Band, das uns mit anderen Völkern verbinden kann. Er möchte die deutsche Sprache als würdigen Gegenstand des Fremdsprachenlernens erhalten und er soll deutlich machen, dass das Deutsche immer noch eine der großen europäischen Kultursprachen ist, um die es sich zu bemühen lohnt – ebenso wie es sich in Deutschland lohnt, andere Sprachen zu lernen.

Er möchte anderen Nationen zeigen, dass die deutsche Sprache in Deutschland geschätzt und geliebt wird, dass sie nicht abgeschrieben ist, dass niemand auf dem Weg zum Deutschen den Umweg über das Englische nehmen muss und dass wir uns für die Zukunft unserer Sprache auch in den internationalen Beziehungen einsetzen werden.

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