9. Oktober 2020: Nachruf auf Günter de Bruyn

Am 4. Oktober 2020 ist der Schriftsteller Günter de Bruyn im Alter von 93 Jahren gestorben. Er war ein großer Erzähler in der Tradition des Realismus. Viele seiner Romane spielen in Brandenburg und Berlin, und er war Herausgeber des „Märkischen Dichtergartens“, weshalb er den Ehrennamen „Fontane des 20. Jahrhunderts“ trug. 1999 erschienen seine „Altersbetrachtungen über den alten Fontane“. Daneben verfasste er Essays zu literarischen und politischen Themen, zudem Biographien zu Jean Paul, Königin Luise von Preußen, Zacharias Werner und Schmidt von Werneuchen. Im Jahre 2006 wurde ihm für seine großen sprachlichen und stilistischen Verdienste der Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache verliehen. In seiner Laudatio sagte Wolfgang Thierse am 21. Oktober 2006 in Kassel:

„Günter de Bruyns Verdienste um die Pflege und Förderung der deutschen Sprache sind nicht hoch genug zu würdigen. Er hat sich ganz im Sinne von Jacob Grimm verdient gemacht um die Lebendigkeit der deutschen Sprache – nicht nur durch seine eigenen Werke, sondern auch durch sein Schreiben über andere große Autoren des 19. Jahrhunderts – und auch seine wunderbaren, freundlichen Bücher über Brandenburg, seine Geschichten, seine Landschaften“.

Die Jury für den Kulturpreis Deutsche Sprache betrauert den Tod eines großen Meisters der deutschen Sprache. Sie wird sein Andenken und sein literarisches Erbe in Ehren halten.

Helmut Glück

15. Mai 2020: Nachruf auf Rolf Hochhuth

Am 13. Mai 2020 ist der Schriftsteller und Dramatiker Rolf Hochhuth im Alter von 89 Jahren in Berlin gestorben. Er war im Jahr 2001 der erste Träger des Jacob-Grimm-Preises, der als Teil des Kulturpreises Deutsche Sprache von der Eberhard-Schöck-Stiftung getragen und von ihr gemeinsam mit dem Verein Deutsche Sprache vergeben wird.

Hochhuth war einer der bedeutendsten deutschen Dramatiker der Nachkriegszeit. Seine Stücke behandeln meist reale Geschehnisse, oft solche, die mit dem Nationalsozialismus zusammenhängen, und sie lösten regelmäßig Kontroversen aus. Am bekanntesten sind „Der Stellvertreter“ (1963), in dem Hochhuth nach der Rolle von Papst Pius XII. angesichts des Mordens an den Juden Europas fragt, und „Die Juristen“ (1979), in dem es um das Verhalten Hans Filbingers als Marinerichter im Jahr 1945 geht; der Rücktritt Filbingers vom Amt des Ministerpräsidenten Baden-Württembergs war bereits 1978 erfolgt, nachdem Hochhuth dieses Verhalten öffentlich gemacht hatte. Hochhuth machte die dramatische Kunst wie kaum ein anderer zu einer öffentlichen Angelegenheit. Neben seinen Dramen verfasste er Gedichte, Erzählungen, Novellen, Essays und Streitschriften.

Hochhuth war ein streitbarer Demokrat, der sich nicht nur in Fragen der Kultur zu Wort meldete. Er war ein Moralist mit festen Maßstäben, aber kein Tugendbold, der politische Korrektheit an die Stelle von Stehvermögen, Klarheit und Unbestechlichkeit gesetzt hätte. Die deutsche Sprache war für ihn nicht nur ein Werkzeug, sondern ein Kulturgut, das es zu pflegen, schützen und weiterentwickeln galt. Und er förderte dieses Kulturgut nach Kräften. Seine Dramen bezogen „einen Großteil ihrer gesellschaftlichen Brisanz, ihre Präzision und Schärfe aus ihrer geschliffenen, sicheren deutschen Sprache. Hochhuthscher Patriotismus ist Sprachpatriotismus“, wie Ruth Wagner, die damalige hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, bei der Verleihung des Jacob-Grimm-Preises am 3. November 2001 ausführte. In seiner Preisrede sagte Hochhuth „als einer, dessen tagtägliches Arbeitszeug die Sprache ist, die ihn auch ernährt“:

„Jacob Grimm selbst hat illusionsfrei darauf hingewiesen, dass Sprache nicht ein dauernder Besitz ist, deren ein Volk, eine Nation sicher sein können – sondern dass Sprache verloren gehen kann, zeitweise oder auch auf ewig wie die Freiheit, die ja auch stets erneut behauptet, erkämpft werden muss.“

Die Eberhard-Schöck-Stiftung und die Jury für den Kulturpreis Deutsche Sprache betrauern den Tod des ersten Trägers des Jacob-Grimm-Preises. Sie werden sein Andenken pflegen und in Ehren halten.

Helmut Glück, Sprecher der Jury für den Kulturpreis Deutsche Sprache

13. Oktober 2018: Jacob-Grimm-Preis für Die Fantastischen Vier

Die Träger des Kulturpreises Deutsche Sprache sind Die Fantastischen Vier, die Kampagne Sprechen Sie lieber mit Ihrem Kind des Netzwerks Frühe Hilfen des Jugend- und Sozialamtes der Stadt Frankfurt am Main und das Bundessprachenamt. (mehr …)

26. April 2018: Kulturpreis Deutsche Sprache für Die Fantastischen Vier

Der Kulturpreis Deutsche Sprache 2018 geht an Die Fantastischen Vier, an das Netzwerk „Frühe Hilfen“ des Jugend- und Sozialamtes der Stadt Frankfurt am Main für die Kampagne „Sprechen Sie lieber mit Ihrem Kind“ sowie an das Bundessprachenamt. Die Preisverleihung findet am 13. Oktober 2018 in Kassel statt. (mehr …)

11. November 2017: Jacob-Grimm-Preis für Norbert Lammert

Die Träger des Kulturpreises Deutsche Sprache sind Norbert Lammert, das Projekt „Klasse! Wir singen“ des gemeinnützigen Vereins Singen e. V. und das Magazin „Sozusagen!“ des Bayerischen Rundfunks. (mehr …)

30. Mai 2017: Kulturpreis Deutsche Sprache für Norbert Lammert

Der Kulturpreis Deutsche Sprache 2017 geht an Norbert Lammert, das Projekt „Klasse! Wir singen“ des gemeinnützigen Vereins Singen e.V. und das Sprachmagazin „Sozusagen!“ des Bayerischen Rundfunks. Die Preisverleihung findet am 11. November 2017 in Kassel statt. (mehr …)

8. Oktober 2016: Die Macht der Wörter

Zum 16. Mal wurde am Samstag in Kassel der Kulturpreis Deutsche Sprache verliehen. Katharina Thalbach erhielt den mit 30.000 Euro dotierten Jacob-Grimm-Preis, mit dem Initiativpreis Deutsche Sprache wurde das Internationale Mundartarchiv „Ludwig Soumagne“ des Rhein-Kreises Neuss geehrt, der Institutionenpreis Deutsche Sprache ging an das Projekt „DeutschSommer“ der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main. Der Kulturpreis Deutsche Sprache wird jährlich von der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden) und vom Verein Deutsche Sprache e.V. (Dortmund) vergeben. (mehr …)

11. Mai 2016: Kulturpreis für Katharina Thalbach

Der Kulturpreis Deutsche Sprache geht 2016 an Katharina Thalbach, das Internationale Mundartarchiv „Ludwig Soumagne“ und das Projekt „DeutschSommer“ der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt. Die Preisverleihung findet am 8. Oktober 2016 in Kassel statt.
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10. Oktober 2015: Sprachpfleger mit ästhetischer Kraft

Der Schriftsteller Prinz Asfa-Wossen Asserate, das Kunstprojekt „Wortart Ensemble“ und das Sprachinstitut des Österreichischen Bundesheeres sind heute in Kassel mit dem Kulturpreis Deutsche Sprache ausgezeichnet worden. Der Preis wird jährlich an Persönlichkeiten, Unternehmen und Organisationen verliehen, die sich um die Pflege und Weiterentwicklung der deutschen Sprache verdient gemacht haben. (mehr …)

5. Mai 2015: Kulturpreis für Kulturvermittler

Die Jury für den Kulturpreis Deutsche Sprache gibt die Preisträger des Jahres 2015 bekannt. Dies sind: Prinz Asfa-Wossen Asserate, die Musikgruppe „Wortart Ensemble“ und das Sprachinstitut des Österreichischen Bundesheeres. Die Preisverleihung findet am 10. Oktober 2015 in Kassel statt. (mehr …)